In dieser Folge nehmen wir euch mit an den jüngst wiedereröffneten Stadthafen Leipzig. Um den Ort in all seinen Facetten kennenzulernen, lassen sich die Podcast-Hosts Axel und Klara von Geschäftsführer Jan Benzien durch den Hafen führen. Dieser gibt exklusive Einblicke in die Geschichte des traditionsreichen Ortes, der einmal Blüthner Klavierfabrik gewesen ist, die gastronomische Vielfalt und das Wassersport-Angebot. Hört rein und findet heraus, wie aus einer alten Industriebrache ein lebendiger, moderner und maritimer Treffpunkt mitten im Herzen von Leipzig wird. Außerdem wird der beste Spot für einen Sonnenuntergang verraten und auf welche Events man sich in Zukunft freuen darf.
Weitere Infos:
Stadthafen Leipzig
Blüthner Weincafé
DOCK 20
Schreberbad
Gedrénks
[Zierlich Manierlich] (http://www.zierlichmanierlich.de/)
Restaurant Kaiserbad am Karl-Heine-Kanal
Café Alma
Diese Podcast-Folge wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.
Leipzig ist eine Stadt mit unzähligen Facetten: Musik und Kultur, Natur, Wasser und Freizeit, junge Kreativszene, versteckte Geheimtipps und beliebte Szenemeilen. Im Podcast „Willkommen in Leipzig“ kannst du hören, was es in unserer Stadt alles zu sehen gibt. Unsere beiden Moderatoren Aileen & Axel nehmen dich mit auf eine Reise in diese wundervolle Stadt.
Klara: Hallo und schön, dass ihr wieder zuhört. Das hier ist “Willkommen in Leipzig. Der Podcast für deine Leipzig-Reise”. Wir sind heute am frisch eröffneten Stadthafen Leipzig. Mit dabei ist Axel. Hallo.
Axel: Hi Klara. Und auch ein Hallo an unsere Hörer:innen. Ja, ich war ja schon mal mit Aileen hier, in einer der vorherigen Folgen, und da haben wir uns die All-Inclusive-Kanutour gegönnt, mit Rückholservice vom Cospudener See. Damals war hier noch große Baustelle, aber es hat sich, wie ich sehe, einiges gewandelt.
Klara: Mhm. Genau. Der Stadthafen ist jetzt fertig und offiziell eröffnet worden. Und was sich in der Zwischenzeit seit deinem letzten Besuch so getan hat und was man neben Bootfahren hier noch so machen kann, das zeigen wir euch heute.
Axel: Ja, wir sind wieder mit Jan Benzien verabredet, dem Geschäftsführer vom Stadthafen. Und er erwartet uns im Blüthner Weincafé hier am Hafen. Und ich würde sagen, wir lassen ihn nicht länger warten.
Intro: Willkommen in Leipzig. Der Podcast für deine Leipzig-Reise.
Axel: Hallo Jan, schön, dass es wieder geklappt hat Und natürlich Gratulation zur großen Eröffnung.
Jan Benzien: Vielen Dank! Ich freue mich auch, dass ihr wieder hier seid.
Axel: Ja, wir sitzen jetzt hier im Weincafé. Was ist denn das Konzept dahinter? Das hört man nicht so oft, den Begriff Weincafé.
Jan Benzien: Genau, ich bin irgendwann an der Saale-Unstrut lang gelaufen und da hatte ich so die Idee, aus dieser alten Blüthner-Villa ein Café zu machen. Und dort war ein wunderschönes Weincafé und da dachte ich: Das ist eigentlich der richtige Name für dieses alte, geschichtsträchtige Haus. Und da haben wir fix hier ein Weincafé gemacht. Und dadurch, dass hier die Blüthner-Familie drin gewohnt hat, haben wir es dann eben Blüthner Weincafé genannt. Aktuell ist es wirklich so: Ab 15:00 Uhr machen wir in der Regel auf, am Wochenende schon ab 11:00 und haben dann hier ganz normales Wein- und Kaffeegeschäft in einem wunderschönen Garten.
Klara: Habt ihr denn ganz besondere Spezialitäten bei allem, was du aufgezählt hast, die ihr empfehlen könnt?
Jan Benzien: Wir haben hauptsächlich Quiches, drei verschiedene. Wir haben schöne Tapas. Wir haben selbst gebackenes Brot, bzw. mit regionalen Bäckern arbeiten wir zusammen, und da haben wir praktisch eine kleine Auswahl, was wir aus einer kleinen Küche rausschicken können. Aber vor allem, das ist eigentlich so das Schönste, wir haben einen kleinen regionalen Kaffeeröster, wo wir mehrere Kaffeeproben gemacht haben und den Kaffee verkostet haben. Oder Christian Blüthner selbst, der die Klavierfabrik noch leitet. Mit dem habe ich hier den Wein verkostet, welchen wir hier wirklich dann in dem Fall anbieten. Und da haben wir, glaube ich, eine ganz schöne Auswahl, wo die Kunden auch sehr happy sind.
Klara: Mh, das klingt super, ja.
Axel: Gibt es denn bei euch eine Auswahl an vegetarischen oder veganen Speisen?
Jan Benzien: Ja, das macht man, glaube ich, heute insgesamt so, es geht gar nicht mehr ohne. Und Leipzig, glaube ich, ist eine weltoffene, bunte Stadt. Und dort merkt man immer mehr das von Hafermilch über vegan, vegetarisch. Also sprich, natürlich haben wir dann drei verschiedene Quiches. Dadurch, dass wir auch so nah am Stadthafen sind, haben wir da ‘ne Lachs-Quiche, wir haben eine vegetarische Quiche und wir haben natürlich aber auch die ganz normale Quiche Lorraine. Und bei den Tapas ist es ja sowieso so, dass du dort von gebratenem Gemüse über dann doch die Datteln im Speckmantel hast.
Axel: Jetzt würde ich auch gerne doch mal auf den Namen Blüthner zu sprechen kommen. Der ist ja nun oft gefallen und ich selber war in diesem Podcast auch schon im Blüthner-Werk, das an dieser Stelle mal ein Hörtipp von mir an alle, die die Folge noch nicht gehört haben. Wie kommt ihr denn auf den Namen Blüthner? Also, das hat wohl was mit diesem Gebäude hier zu tun?
Jan Benzien: Hat insgesamt was mit der kompletten Fläche zu tun. Also wir können ja später noch auf’n Stadthafen zu sprechen, glaube ich. Und diese Fläche waren insgesamt 14.000 m² komplett Blüthner-Werke und die standen eben bis zum Zweiten Weltkrieg hier, wurden dann leider zerstört oder wurden zerstört. Und was noch übrig geblieben ist, ist diese Familienvilla. Hier ist wohl auch eine Bombe reingefallen, aber dort wurde nur das Dach wieder restauriert.
Jan Benzien: Ansonsten ist es wirklich komplett so geblieben seit dem Zweiten Weltkrieg und auch relativ wenig saniert. Aber innen drin ist es wirklich hübsch geworden. Du siehst noch den alten Stuck, wir haben Kronleuchter aufgehangen, wir haben einen Kamin, der noch von damals ist, und so gesehen, spiegelt sich das so ein bisschen wieder. Und dann habe ich sogar in Berlin selber abholen dürfen ein Blüthner-Klavier von 1876 — ich wusste nicht, dass ein Klavier so schwer ist — was praktisch in dem Gastraum drin ist und wir dort ein noch nicht gestimmtes Klavier stehen haben. Aber es bringt Töne.
Klara: Super spannend. Ich kann mir so vorstellen, wenn man das sich auch noch mal kurz vorstellt, wie das früher hier aussah, dass man dann noch mal ‘ne ganz eigene Erfahrungen und Erlebnis hier hat. Was ist von der ehemaligen Fabrik denn noch übrig?
Jan Benzien: An sich sieht man wirklich gar nichts mehr von der Fabrik, außer, außer dieses Gebäude. Und was wir aber gemacht haben in Absprache mit, mit Blüthner: Selbst das Archiv von Blüthner ist verbrannt, damals. Trotzdem haben sie noch ein paar, paar Bilder gefunden und da haben wir dann praktisch so eine kleine Blüthner-Ecke gemacht, wo man sich die alten Werke angucken kann auf Bildern.
Jan Benzien: Und was die Stadt Leipzig gemacht hat: Das Hafenbecken hat die extra so angelegt, dass man sieht, als wäre es ein Blüthner-Flügel. Also wenn man von oben eine Drohnenaufnahmen hat, sieht man, dass es gar keine eckige Form hat oder keine runde Form hat, sondern wirklich so ein bisschen eine Form eines Blüthner-Flügels. Die Tastatur muss man sich so ein bisschen denken. Also so gesehen, mag man schon die Musikstadt, die wir ja auch sind hier in Leipzig, dort an der Stelle widerspiegeln.
Klara: Findet, glaube ich, Anklang bei dem Publikum, genau.
Axel: Bei euch im Café gibt es nicht nur Kaffee und Wein, sondern auch Kunst und Kultur wird hier gelebt. Ihr habt immer mal Ausstellungen oder so was?
Jan Benzien: Genau. Aktuell haben wir Steve. Das war ein Fotograf oder ist ein Fotograf, der vor allem in der Schwarz-Weiß-Kunst unterwegs ist. Und der war der erste, der gesagt hat: Zu dem Café passt genau meine Kunst. Das heißt, wir haben ganz viele Leisten, wo Künstler ausstellen können und dort, das soll wechseln. Und da haben wir schon zwei, drei, vier Anfragen von verschiedenen Künstlern, wo wir jetzt — eigentlich sollte schon gewechselt sein.
Jan Benzien: Ich glaube, die nächsten zwei Wochen soll das kommen, so dass wir dort wirklich dann neue Bilder haben. Und Musik könnte ich mir ein bisschen mehr vorstellen. Auch dort bin ich mit Christian Blüthner im Kontakt, dass wir hier jetzt endlich mal dann anfangen, auch Klaviermusik wirklich nicht nur vom Band zu haben, sondern die ersten kleinen Konzerte hier zu haben, das passt halt auch hier in den Rahmen. Aber im allerersten Jahr, mit Stadthafen-Eröffnung, mit Blüthner Weincafé-Eröffnung, lassen wir uns dort gerade noch ein bisschen Zeit. Aber gerade so im Herbst/Winter, wenn wir wieder ein bisschen durchschnaufen können, denke ich, werden dort die ersten Künstler auch hier sein, in dem Fall.
Klara: Schön. Haben wir noch was vergessen, was du dazu erzählen kannst?
Jan Benzien: Na, wo ich so ein bisschen stolz drauf bin, ist dieser Wechsel. Also wir sind hier ungefähr 400, 500 Meter von der Innenstadt, 800 Meter vom Rathaus weg, am Westplatz zwischen Stadionarena, Innenstadt. Und dann der Stadthafen: sehr modern, super hübsch - und dann aber so ein altes Vintage-Haus/Villa mit einem Garten mit großgewachsenen Bäumen, mit einer riesen Kastanie, wo man selbst bei 30, 40 Grad ‘n Schattenplatz findet. Das Haus ist bewachsen mit ‘nem alten Weinstock dran. So gesehen, finde ich persönlich, ist es so ein kleiner Traum, das hier so zu verwirklichen und so ein Platz der Erholung zu haben, wo du einfach ganz entspannt mit ruhiger Musik ein Glas Wein trinken kannst.
Klara: Ja, vor allem, dass man hier schön Abend, den Abend ausklingen lassen kann. Aber abends ist es nicht geöffnet, oder?
Jan Benzien: Doch, wir haben bis 21:30 ganz regulär geöffnet. Und dann, wenn alles leise ist und wir die Musik runtergedreht haben, schicken wir die Gäste auch nicht weg. Also so gesehen, versuchen wir da auch sogar noch ein bisschen länger vielleicht, die Gäste hier zu halten, schauen aber, dass es ins Umfeld der Anwohner passt, dass wir hier in dem Fall die Lautstärke nicht übertreiben.
Klara: Wir sind ja auch gleich neben dem Wasser, also neben Booten. Rein theoretisch kann man das auch kombinieren, ne, dass man hier auf dem Boot eine Paddeltour startet und dann hierher kommt?
Jan Benzien: Genau, das ist das Schöne: Wir sind wirklich hier am Wassernetz angegliedert. Das heißt, wir haben knapp 300 Kilometer Wasser, die man erpaddeln kann irgendwie, mit über dem Cospudener See oder einfach in die Industriearchitektur. Und dann kann man sich hier ins Blüthner Café setzen und den Abend ausklingen lassen. Oder aber auch, vor allem, wenn wir im Stadthafen selbst voll sind, gibt’s dann im Blüthner Café teilweise auch Grill-Buffets oder so für ganze Gruppen oder Geburtstage, die wir dann hier an der Stelle haben.
Klara: Sehr schön, dass man das verbinden kann, eine Outdoor-Activity mit so einem Ort, wo man halt auch in der großen Gruppe kommen kann, weil manchmal ist man ja auch auf der Suche nach einer Idee für so Veranstaltungen. Da kann ich mir das sehr gut vorstellen. Und auch kindgerecht scheint es hier zu sein mit Spielplatz, oder?
Jan Benzien: Na, genau. Wir hatten früher hier mal einen Beachvolleyballplatz und dort haben wir den, den Sand dann gleich weiter genutzt und haben hier ‘ne schattige kleine Ecke gebaut, wo die Kinder direkt im Sandkasten spielen können und die Eltern daneben einen schönen Kaffee trinken können.
Klara: Klingt himmlisch. Ja, jetzt haben wir uns hier ein historisches Bauwerk angesehen. Hier ist ja auch viel Neues entstanden. Zum Beispiel neu entstanden ist auch das DOCK 20 direkt gegenüber. Können wir uns das mal anschauen?
Jan Benzien: Klar, ich zeige euch unheimlich gerne entlang des Hafenbeckens - da sind wir wieder bei Blüthner - dann kommen wir zum Ticketshop bzw. dann unserer Gastronomie, dem DOCK 20. Und ihr könnt ja gern mal aufs Hafenbecken schauen, ob wir dort den Liegeplatz 20 findet und den gibt es in dem Fall nicht, sondern das DOCK 20 ist dann das Restaurant und gleichzeitig der Liegeplatz. So gesehen haben wir uns den dort eingespart, in der Schreberstraße 20.
Klara: Uh, das ist ein Match auf aller-, ganzer Linie.
Axel: Tja, da würde ich sagen: Schwingen wir uns mal hoch und laufen ‘ne Runde um und durch den Hafen.
Jan Benzien: Sehr gerne.
Klara: Super.
Jan Benzien: Los geht’s.
Axel: Ja, du hast ja nun den Umbau hier an vorderster Front miterlebt. Gab es denn so, ich sag mal, Herausforderungen, mit denen man vorher überhaupt nicht gerechnet hat, die auf einmal aufkommen und wo man sagt: “Oh Mann, das hätte ich gern anders gehabt”?
Jan Benzien: In der Tat. Also ich durfte ja den Bauleiter spielen gefühlt oder den Bauherren für die Gebäude. Da muss ich sagen, da war relativ wenig Unvorhergesehenes. Was Hafenbecken anging, da war es natürlich spannend: Ist es dicht oder ist es nicht dicht? Denn da mussten sie wirklich was abdichten dann. Das war spannend. Dann war es super spannend, als dann im November das Wasser praktisch, das müsst ihr euch vorstellen, es war kurz weg.
Jan Benzien: Also man kann das Wasser hier so regulieren mit den, mit dem Wehr, dass das Wasser wirklich weg war. Und dann im November kam dann innerhalb von einem Tag das Wasser und da war das Hafenbecken dann geflutet. Das war schon ein erhebender Moment für uns. Und ja, die Gebäude, muss ich sagen, da haben wir 800 m² Service-Gebäude mit dem Restaurant und knapp 300 m² Bootshaus mit Büro obendrauf. Das ging alles relativ reibungslos. Also da - toi, toi, toi - ein supergutes Bauteam gehabt, gute Bauüberwacher gehabt. Da waren keine großen Herausforderungen.
Klara: So wie man sich’s wünscht.
Jan Benzien: In dem Fall, ja. Also wir haben jede Woche eine Bausitzung gehabt, über vier Stunden, das war schon, das war schon spannend immer. Und da hat man schon mal gelernt, gefühlt, wie Bauen wirklich funktioniert, wie die Abläufe passen müssen, wie die ganzen Nachunternehmer wie wirklich wie ein Team zusammenarbeiten müssen, wie wir jetzt hier in der Betreibung.
Klara: Ja, und wir sehen einfach nur die strahlende Schönheit, ja, das sieht jetzt hier so perfekt aus. Ist es so, wie ihr euch das vorgestellt habt?
Jan Benzien: Nee.
Klara: Vom Aussehen her nicht?
Jan Benzien: Es ist schöner geworden, als ich es mir vorgestellt habe, in dem Fall. Ist wirklich, wir haben hier insgesamt 53 Bäume sind hier neu gepflanzt worden. Es sind ganz viel Cortenstahl-Blumenkästen gebaut worden. Es ist alles barrierefrei gebaut worden. Die haben super schönen Beton genommen, um die Treppen zu machen, gepflastert worden. Was halt leider sein muss, mehr oder weniger, ist so eine Promenadenstraße, nenne ich es mal, um eben, hinten ist noch so eine Wehr-Anlage, da muss man großes Gerät hinfahren oder die Feuerwehr muss eben rankommen.
Jan Benzien: Dort haben wir dann schon auch eine kleine Straße, aber die ist dann noch verziert mit schönen Lampen und vor allem Bänken, wo sich alle Leute ausruhen können, und das eingefasst in schönen Beeten. Und dann sieht man halt eben unsere Häuser und die haben wir schon versucht, so ein bisschen maritim zu halten, indem wir dort Holz genommen haben, eine Holzverkleidung. In dem Fall ist das eine vorgegraute Weißtanne, das heißt, die wird auch eher ihre Farbe so behalten. So zumindest das Ziel. Also wir sind mehr als zufrieden.
Klara: Ich finde, es verteilt sich auch von den Sitzmöglichkeiten wunderbar. Also, man sieht so vereinzelt ein Pärchen dort auf der Treppe, eine Familie dort auf der Bank, also das ist, finde ich, fügt sich sehr schön ein in das Gelände und es ist-, es verläuft sich so ein bisschen, im positiven Sinne.
Jan Benzien: Wir sind ja gerade eigentlich gefühlt genau auf der anderen Seite vom Restaurant, vom Hafen aus gesehen. Und genau hier hat man den besten Blick in den Sonnenuntergang. Bedeutet, man sieht hier dann abends so, gerade wenn es noch nicht ganz so warm ist, siehst du dann die Leute auf der Treppe sitzen mit ihrem Getränk und gucken über das Hafenbecken zur untergehenden Sonne. Und das ist schon so der Hotspot hier für all die Leipziger, die einfach hier ein bisschen chillen wollen. Und was wir auch festgestellt haben in den letzten Wochen: Es wird immer mehr internationaler, man hört ganz viele verschiedene Sprachen, die sich auch in diesen Hafen hier schon verliebt haben, glaube ich.
Klara: Und ich weiß nicht, ob du’s schon entdeckt hast, aber letztens habe ich hier eine Hip Hop-Dancerinnen-Crew gesehen. Die haben sich wirklich, das waren so zwölf Mädchen/ Frauen, die diese Kulisse also für ihr Video genutzt haben und dort eine tolle Choreografie hingelegt haben.
Jan Benzien: Das habe ich nicht gesehen. Gestern habe ich nur gesehen, da war auch eine Turnerin, die hier ihr Promovideo auch gedreht hat. Also so gesehen, wird das schon- ARD war auch schon hier und hat hier in den Film gedreht, schon gleich im ersten Monat.
Klara: Echt? Toll!
Jan Benzien: Also so gesehen wird der Hafen auch international bekannt werden.
Klara: Und gewürdigt, ist ‘ne schöne Auszeichnung.
Axel: Du hast ja gesagt, du bist zufriedener als gedacht mit dem Endergebnis. Aber es gibt doch vielleicht trotzdem so ein, zwei Projekte, von denen du gesagt hast: “Das machen wir dann doch später noch mal!” Also gibt es Pläne, wie sich der Stadthafen hier noch weiterentwickeln soll?
Jan Benzien: Na, erstmal, was ich mir vielleicht noch gewünscht hätte: gefühlt noch mehr Platz. Also wenn ich mir das Restaurant angucke usw., die Eventfläche, die wir dort haben, dort würde ich beim zweiten Bau, also wenn ich noch mal bauen würde, würde ich wahrscheinlich noch unterkellern, dass ich noch mehr Fläche hätte. Aber ansonsten, gerade was das alles so betrifft, bin ich happy. Wo wir noch drauf hinfiebern ist: Im September wird der Elstermühlgraben aufgemacht, das heißt: noch mehr Wasserfläche. Und dann kann man noch näher an die Stadt ranfahren und Richtung Naturkundemuseum. Und dann kratzt man wirklich so die Innenstadt noch näher, als wir hier eigentlich überhaupt schon sind. Da freuen wir uns auch drauf, wenn da noch ein weiterer Abschnitt offen ist.
Klara: Da könnte man theoretisch auch hin paddeln?
Jan Benzien: Genau. Du hast so eine kleine Kanu-Fischtreppe direkt am Stadthafen. Das heißt, da ist so eine kleine Kanurutsche und da kannst du dann erst mal runter rutschen. Das wird für viele eine Attraktion sein. Und dann hast du wirklich so, du fährst ganz eng auf drei, vier Metern Kanal gefühlt und dann neben wunderschöne Häuser, dann Richtung Innenstadt und dann ins Rosental, also in den Park rein. Und dann siehst du, wie die kleinen Flüsse von rechts und links dazukommen. Also als erstes kommt der Pleißemühlgraben, dann kommt die Parthe, dann kommt die Elster wieder und dann hast du am Ende einen richtigen Fluss wieder, wo Richtung Halle-Schkeuditz-Flughafen geht. Und dann kannst du wegfliegen.
Axel: Ja, wir laufen jetzt hier auf ‘n, ja, Nebengebäude zu. Das ist wahrscheinlich dann hier der Bootsverleih.
Jan Benzien: Ja, der Bootsverleih würde gar nicht gerne hören, dass es ‘n Nebengebäude ist, genau. Also wir haben hier unten praktisch eine Kalthalle, wo die ganzen Kanus liegen. Aktuell haben wir 50, 60 Kanus. Gewollt ist mal, dass wir hier 100 Kanus am Start haben. Und oben drüber habe ich für die Mitarbeiter eine Teeküche, Umkleiden und aber auch vor allem die Büros für Marketing und Vertrieb.
Klara: Das ist toll, dass das alles beisammen sitzt. Kurze Wege, gute Absprachen, oder?
Jan Benzien: Genau, vorher saß ich mit meinem kompletten Führungsteam in einem einzigen Büro in der Blüthner-Villa. Heute sind wir dort schon ein bisschen getrennter. Das heißt, ich sitze im Hauptgebäude, aber habe einen schönen Überblick über den Hafen, rüber zum Verleih, seh’ die Motorboote abfahren und hole mir dann immer meinen Kaffee aber im Restaurant. Das heißt, ich habe alles im Blick.
Klara: Schön.
Axel: So, jetzt sind wir hier nach unserer kleinen Spazierrunde um und durch den Hafen am DOCK 20 angekommen. Wo der Name herkommt, hast du vorhin schon erzählt. Was ist denn das Konzept hinter dem Ort und vielleicht auch der Kontrast zum Blüthner Café?
Jan Benzien: Genau, wir, wir haben hier die Architektur der Stadt Leipzig aufgenommen, als wir das Haus gebaut haben. Also sprich, die Stadt Leipzig hat sich ganz bewusst zu dem modernen Cortenstahl entschieden. Das heißt, wir sind dann auch in unserer Bepflanzung in Cortenstahl übergegangen. Wir haben hier ein riesengroßes Sonnensegel. Wir haben einen relativ geradliniges Haus mit einer Tonality Fassade bzw. eine Holzfassade, das heißt supermodern-maritim, im Gegensatz zu so einer alten verwachsenen, verwunschenen Villa.
Jan Benzien: Das ist so der, der Hauptkontrast. Und dann sind wir hier in einem ganz anderen gastronomischen Angebot. Drüben Café, Wein, chillig; und hier hast du halt einen Selbstbedienungsbereich, wo die Kunden, die kurz vor’m aufs Wasser gehen noch ihren Kaffee holen können oder ein belegtes Brötchen, ‘n Fischbrötchen oder die Fish ‘n Chips auf die Hand, was sie dann sogar mit aufs Motorboot nehmen können.
Jan Benzien: Das gepaart mit einem à-la-carte-Restaurant, dem DOCK 20, wo wir auch den Spagat gesucht haben zwischen ‘nem vegetarischen Gericht, ’nem Fleischgericht, aber vor allem eben auch ‘nem Fischgericht. Mein Chefkoch hat gesagt, wir müssen die zitronisch-kräuterlastige Küche gehen. Das hat er gemacht. Dort haben wir eine sehr kleine, überschaubare, leckere Küche. Und dann noch obendrauf haben wir im oberen Geschoss eine komplette Eventlocation mit einer mobilen Trennwand drin, teils klimatisiert mit ’ner riesen Terrasse, wo du dann eben aufs Wasser guckst.
Jan Benzien: Und das bespielen wir alles aus der einen Küche, aus dem einen Kühlhaus und so heraus. Das ist schon so schon herausfordernd gewesen in der Lauf-Beziehung des Baus. Wie kriegst du das für die Mitarbeiter am besten hin mit: alles barrierefrei, mit einem Fahrstuhl. So gesehen, haben wir dort wirklich eigentlich ein kleines Kunstwerk gebaut, dass wir so viele Funktionen in einem kleinen Haus haben.
Klara: Das heißt, der obere Bereich wäre zum Beispiel für eine Firmenfeier gut geeignet oder eine große Familienfeier?
Jan Benzien: Genau, zum Beispiel die Leipziger Tourismus Marketing GmbH hat dann gleich das genutzt und dort ihr wunderschönes Sommerfest gefeiert, gepaart mit einer Drachenboottour.
Klara: Oh, spannend, cool.
Axel: Gibt’s hier in regelmäßigen Abständen auch, ich sag mal, für die Allgemeinheit größere Events, die ihr plant in dieser Location hier?
Jan Benzien: Ja, wir hatten erst jetzt am Wochenende hatten wir großes Stadthafenfest. Dort haben wir auf diesem Schwimmsteg eine 15 m² Videoleinwand aufgebaut. Dort haben wir ‘nen Familien-Kinofilm gezeigt am Samstag und dann eben das Fußballfinale live. Also da waren ganz, ganz viele Menschen hier. Und auf dem Parkplatz, den haben wir in dem Fall zugemacht, hatten wir ‘n Street-Food-Festival. Und auf der anderen Seite, beim Bootsverleih, hatten wir Kinderbespaßung.
Jan Benzien: Also so gesehen machen wir mehrere Veranstaltungen, die das Ganze schon für die Öffentlichkeit widerspiegeln. Das nächste ist dann das Herbst- und Weinfest, wo wir hier verschiedene Weinhändler aus der Region da haben. Und dann wollen wir wirklich den ersten Weihnachtsmarkt für uns hier etablieren, wo wir an zwei Adventswochenende das Ganze mal mit schönem Licht in den Weihnachtskranz verzaubern wollen.
Klara: Das klingt auch toll. Dann könnte man hier so ein bisschen Glühwein trinken, Plätzchen essen und aufs Wasser gucken, oder?
Jan Benzien: Genau. Die Frage ist halt: Wie hebst du dich so ein bisschen ab? Wir sind gerade mal 5-600 Meter von der Innenstadt entfernt. Da schauen wir gerade mit unserem Kooperationspartner, wie wir hier schöne alternative Stände herbekommen. Dass das ein bisschen familiärer wird als vielleicht der große, schöne Leipziger Weihnachtsmarkt. Aber dann hier in diesem kleinen Rahmen, eingehaust der Villa, von den Wohnhäusern, und dem Stadthafen-Gebäude, dass es hier so ein kleiner schnuckeliger Ort am Wasser wird.
Klara: Mhm, ist schon abgespeichert in meinem Kopf.
Jan Benzien: Sehr gut.
Klara: Wenn ich meinen Besuch am Stadthafen mit ein paar Aktivitäten verbinden möchte, kannst du da vielleicht auch in der Umgebung was empfehlen, was du vielleicht auch gerne machst?
Jan Benzien: Ich liebe es hier, von hier einfach drei, vier Minuten bin ich im Clara-Park. Dort haben wir so kleine Seen, so kleine Teiche, wunderschöne Brücken mit Blick auf die Stadt. Dort abends einfach mal langzuspazieren, finde ich persönlich, ist mein Lieblingsplatz. Wenn ich nicht gerade am, am See bin, ist natürlich das Schreberbad, was unmittelbar neben dem Stadthafen ist, der Place to be hier in Leipzig.
Jan Benzien: Das älteste Bad, was Leipzig hat. Das ist wunderschön gelegen, weil es eben auch mit Bäumen umfasst ist. Ja, und dann haben wir natürlich die großen Konzerte oder Fußballspiele, die direkt 2- oder 300 Meter von hier mit der Arena oder dem Stadion sind. Also da brauchen wir nicht mal mehr das Fahrrad nehmen, sondern man läuft das Ganze eben ins Stadion oder in die Arena. Das heißt, wenn man Handballspiel oder eben den großen Konzerten, die wir hier in Leipzig haben, das ist so der Traum des Hafens, dass du hier alles miteinander verbinden kannst.
Klara: Ja, und ich glaube, da gibt es eine Menge zu tun, wie wir gerade gehört haben. Sehr viele gute Ideen, wie man den Ausflug zum Stadthafen mit ein paar städtischen Erkundungen kombinieren kann. Oder was denkst du, Axel?
Axel: Ja, ich glaube, wir haben noch viele Episoden vor uns, die wir mit all diesen Aktivitäten füllen können. Und ja, ich möchte mich auf jeden Fall an dieser Stelle bedanken für die erneute Einladung in den Stadthafen. Ich fand es super, diesen riesigen Step zu sehen, wie ihr das hier alles zu deiner und eurer Zufriedenheit abgeschlossen habt. Vielen Dank für den Einblick und vielleicht bis irgendwann bald mal wieder.
Jan Benzien: Sehr gerne. Ich freue mich, dass ihr wieder hier wart. Vor allem dann euren Blick - ich habe ihn ja live erlebt von step to step, aber ihr habt ja praktisch so’n großen Sprung gesehen von damals, der Wüste hier, der Bau-Wüste zu jetzt dem fertigen Produkt. Und da bin ich auch glücklich, dass es euch gefällt.
Klara: Uns haut’s um, ja.
Jan Benzien: Dann habt noch einen schönen Tag, macht’s gut!
Klara: Dankeschön! Tschüss.
Axel: Ja, und das war nun mein zweiter Besuch im Stadthafen. Und ich kann euch auf jeden Fall sagen, dass er mindestens einen Besuch für euch wert ist.
Klara: Wenn ihr Fans von guten Weinen seid, könnte das Gedrénks in der Odermannstraße zwei im Leipziger Westen etwas für euch sein. Hier liegen Naturweine im Fokus. Es gibt Verkostungen vor Ort, aber auch solche, bei denen man die schöne Stadt Leipzig im Spaziergang erkunden kann.
Axel: Ja, und wenn ihr euch vielleicht auch einfach mal so für eine Flasche Wein entscheiden wollt oder ein anderes Spaßgetränk eurer Wahl, dann sucht euch dazu noch ein paar Snacks und ein schönes Plätzchen. Leipzig hat davon auf jeden Fall ganz viele. Ihr braucht zum Beispiel nur mal den Karl-Heine-Kanal entlang schlendern und es euch dort irgendwo gemütlich machen. Oder ihr schaut mal ins Kaiserbad am Kanal. Ja, und ihr könnt auch am Elsterbecken oder am Palmengarten mal Ausschau halten, denn in der Nähe gibt es mit dem Zierlich Manierlich ‘nen süßen kleinen Foodtruck.
Klara: Schaut auf jeden Fall mal in die Shownotes dieses Podcasts. Da haben wir euch alles Wichtige verlinkt und noch viel mehr Tipps für eure Leipzig-Reise findet ihr wie immer auf leipzig.travel.
Axel: Und wenn ihr noch mehr Inspirationen sucht, dann schaut doch auch mal auf unserem Instagram Kanal von Leipzig Travel vorbei. Hier gibt es quasi die tägliche Dosis Leipzig und Region und hin und wieder auch mal eine tolle Verlosung. Und wenn euch dieser Podcast gefällt, freuen wir uns riesig über eine nette Bewertung und auch über ein Abo, denn da verpasst ihr die nächste Folge nicht. Auf die freue ich mich auch schon wieder besonders, denn da wollen wir mal das Nachtleben in Leipzig mal ein bisschen auf uns wirken lassen.
Klara: Wir hoffen, ihr seid da wieder mit dabei. Macht’s gut und bis dahin. Tschüss.
Axel: Ciao.
Intro: Willkommen in Leipzig. Der Podcast für deine Leipzig-Reise.